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17.04.2016, 18:07

Fragen zu Feldflüchtern und anderen Bauerntauben

Hallo Taubenhalter hier im Forum,

seit ein paar Wochen wohne ich in einer WG in einem alten Bauernhaus mit Stall und allem, aber leider zu wenig Platz im Garten, um Buschhühner zu halten. Ich hab schon öfter von den Feldflüchtern gelesen, bisher aber nie weiter darüber nachgedacht, da ich sowieso keine gute Möglichkeit zur Haltung hatte. Vor Kurzem habe ich Taubeneier geschenkt bekommen, was mich wieder auf das Thema gebracht hat - und jetzt wäre evtl. die passende Gelegenheit. Mit den Vermietern hab ich darüber noch nicht gesprochen, denn ich wollte davor noch ein paar Infos einholen.
Am liebsten würde ich Nistkästen (wie diese: http://igbauernhaus.de/fileadmin/_proces…_f4849b22af.gif) außen am Stall anbringen. Wie groß sollten diese sein? Lebt pro Nistkasten ein Pärchen oder wie werden die Kästen aufgeteilt? Wie gewöhne ich neue Tiere an ihre Behausung - müsste ich sie dafür wirklich ein paar Wochen in den Kästen einsperren? Ich denke sehr wichtig ist es (v.a. für die Vermieter), dass nicht der ganze Hof vollgekackt ist - was habt ihr da für Erfahrungen? Unter den Kästen wird sich bestimmt immer Kot ansammeln. Evtl. könnte man ein Brett darunter befestigen, dass gut zu reinigen ist. Verdreckt eine Taubenschar den ganzen Hof oder hält sich das in Grenzen?
Ist die Haltung so anspruchslos wie ich sie mir vorstelle: Die Behausung zur Verfügung stellen und bei Bedarf reinigen, ab und an etwas altes Brot und Körner zufüttern und sonst versorgen sie sich selbst, brüten jährlich einige Junge aus und es können gelegentlich auch welche geschlachtet werden?

Außerdem würde mich interessieren, wie oder ob sich Feldflüchter von den ebenfalls ursprünglichen Klätschertauben bzgl. Verhalten und Haltung unterscheiden und gerne könnt ihr mir noch andere "Bauerntauben" nennen.

Würde mich freuen, wenn mir jemand meine Fragen beantworten kann.

Liebe Grüße,
Marius

2

17.04.2016, 18:17

Hallo Marius,

siehe http://forum.fluegelvieh.de/showthread.php?tid=238
Auf Deine weiteren Fragen gehe ich noch ein, muß aber jetzt raus die Tiere versorgen.

VG
Lupus
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3

17.04.2016, 18:36

Noch 2 "modernere" Varianten.
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4

17.04.2016, 19:37

Hallo Lupus,

ja genau wie auf dem ersten Foto des letzten Beitrags könnte ich es mir supergut vorstellen - genau solche Außenwände haben wir hier.

Freue mich auf weitere Antworten.

LG,
Marius

5

20.04.2016, 11:03

Hallo Marius,
die Größe der Kästen richtet sich nach der Größe der Tauben, es macht schon einen Unterschied, ob Du Wiener Hochflieger oder Coburger Lerchen hältst.
Bezüglich der Eingewöhnung und den Erwerb von Feldflüchtern kontaktiere tunk hier im Forum. tunk züchtet Feldflüchter und hat sich intensiv mit
diesen Tauben beschäftigt. Eine weitere interessante Taube für eine solche Haltung wäre auch die Startaube http://startauben-online.jimdo.com/ oder auch der Berner Weißschwanz oder Berner Spiegelschwanz bzw. viele der Schweizer Taubenrassen http://www.schweizer-kleintierrassen.ch/…Nav=502&ID=1370 Wie gesagt, nimm Verbindung zu tunk auf.
VG
Dietmar

6

20.04.2016, 21:14

Hallo Marius,
falls Du tunk per PN nicht erreichen solltest (ich weiß nicht wie häufig er im Forum unterwegs ist), sende ihm dann eine Mail.
VG
Dietmar
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7

20.04.2016, 22:00

Hallo Lupus,

alles klar. Vielen Dank für deine Infos!

Viele Grüße
Marius

8

10.09.2017, 20:47

In zwei Wochen bekomme ich meine ersten Egerländer Schecken. Der Züchter kommt aus dem Bremer Raum.

Kontakte zu Gleichgesinnten in der Tschechei habe ich bereits aufgenommen. Auch dort gibt es Züchter die sich um den Erhalt der alten Haustierrasse bemühen.

Gruß Uwe

9

10.09.2018, 06:55

Hallo zusammen,
jetzt genau 1 Jahr später, kann ich von meinem ersten Zuchtjahr berichten.

Ich suchte und fand drei ältere Züchter der Egerländer Schecken an der tschechischen Grenze. Mitlerweile gibt es freundschaftliche Beziehungen zu diesen Herren. Auf zahlreiche Telefonate folgten Besuche vor Ort. Tiere in den Farben Schwarz, Gelb, Rot, Blau, Brandel (Bronze) und Weiß konnte ich dort loseisen. Es heisst die drei sind die letzten Halter dieser ursprünglichen Klätscher. Ihre Linien lassen sich bis in die Kinderzeit ihrer Väter, also geschätzte 100 Jahre, zurückverfolgen. In dem Dreieck der Gegend um Eger, Cheb und Mähring gab es früher im Prizip auf jeden Bauerhof diese Tiere.

Ich halte die Klätscher im Freiflug. Sie fliegen sehr gut und zeigen tolle Flugspiele. Sie klatschen in der Luft und lassen sich danach mit aufgerichteten Schwingen fallen. Auch fliegen sie teilweise extrem scharf um Hausecken und über Firste. Sie können dabei unglaublich beschleunigen. Ich konnte mehrere Angriffe von Raubvögeln beobachten, bei denen die Klätscher genau diesen besonderen Flug zeigten. Bis jetzt habe ich noch kein einziges Tier verloren. Das ist bei uns im Sauerland außergewöhlich.

Fünf Tiere bekam tunk. Mein Kumpel hält einen Schwarm Feldflüchter und wir wollten ausprobieren wie sich die Klätscher im Vergleich zu diesen Tieren verhalten. Um es vorweg zu nehmen, sie feldern genau wie die Feldflüchter und lebten bald ohne Zufütterung in fast völliger Freiheit.

Gruß Lotta

Heidi

Aussteigerin

Beiträge: 1 413

Wohnort: Naturpark Nordeifel

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10

10.09.2018, 16:30

Hi Uwe,




wäre ja schön wenn´s dann auch mal ein paar Fotos zu Deinen/Euren Tieren hier geben würde.
Gruß aus der Eifel

11

17.09.2018, 23:16

Hallo
In dem Punkt schließe ich mich Heidi an, zeigt mal Bilder.

Gruß vom federfuss

12

12.10.2018, 09:45

Moin moin,
die Alttiere sind zur Zeit in der Vollmauser, Bilder dauern noch etwas. Vorab Bilder von ein paar Egerländerchen ;)
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Heidi

Aussteigerin

Beiträge: 1 413

Wohnort: Naturpark Nordeifel

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13

12.10.2018, 11:53

Wir üben uns in Geduld.......aber nicht vergessen. ;)

14

31.01.2019, 05:30

Klätscher-Tauben

Hallo Lotta,
was machen Deine Klätscher? Ist Knut mit im Boot? Hast Du auch Kontakte zum Haustierpark Lelkendorf https://www.haustierpark.com/steckbriefe…ätschertaube/Im Anhang noch ein Hinweis auf Martin Schletterer, der sich auch mit den Klätschern beschäftigte.
Viele Grüße
Dietmar
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31.01.2019, 07:00

Hallo Dietmar,
ich habe mitlerweile beste Kontakte zu Herrn Güntherschulze und auch nach Österreich :-). Im letzten Newsletter des GENUVI ist ein Bericht von mir!

Ich habe Tiere aus uralten Beständen gefunden. Knut, Matti (ein Lebensfreund von mir) und ich konnten weitere Tiere kaufen, um unserem Ziel, Erhalt und Wiedergeburt der urgesunden, selbständigen und hervorragend fliegenden Feld- und Bauerkröpfer wieter zu verfolgen.

Letzter Erfog: Ein 82 jähriger Mann aus Österreich. Eine Klätschersorte die als ausgestorben galt. Er hält sie von Kindesbeinen an und in diesem Sommer bekommen wir Jungtauben dieses Bestandes. Nur auf Härte und Gesundheit ausgelesen, seit ca. 70 - 100 Jahren oder länger!?

Knut ist mit im Boot, selbstverständlich. Er hat die Klätscher zu 100 % im Freiflug um zu schauen was (noch) in Ihnen steckt.

Seine letzte Whatsapp an mich:

Grüße Dich, der Habicht ist jetzt jeden Tag hier und kommt bis in den Hof rein. Die Tauben sind so clever..... Es macht Spass sie zu beobachten! Sie sind so aufmerksam und wissen genau was sie machen müssen wenn ein Angriff kommt. Ich habe bis jetzt noch keine verloren, der Schlag ist seit Monaten offen! Ich glaube das sie sogar zwischen den verschiedenen Greifen unterscheiden können.

Genau so bei mir. Der Habicht hatte nie eine Chance, und das in einem bewaldeten Tal im Hochsauerland. Hier hören Brieftauben züchter mit dem Hobby auf, weil ihnen die Tiere fast täglich geschlagen werden!!

Gruß Uwe

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Lotta« (31.01.2019, 07:10)


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31.01.2019, 10:28

Hallo Lotta
Mega interessant das Thema.. hoffe du berichtest weiter und stellst nochmal Bilder der Klätscher ein.. ich selbst züchtet seit Jahren Brieftauben und kann sie zwischen November und April nicht raus lassen weil der Habichtdruck zu hoch ist..
GRÜSSE aus Nordhessen

17

31.01.2019, 11:05

Hallo Uwe,
das Bergische Freilichtmuseum https://freilichtmuseum-lindlar.lvr.de/de/startseite.html in Lindlar erhielt vor Jahren von mir und Herrn. G. Winzen aus Köln einige Feldflüchter
und einige Klätscher. Die Tauben wurden gemeinsam in einem Schlag auf dem Speicher des Peters-Hof gehalten und es kam auch zu Kreuzungen beider Bauerntauben.
Vor etwa 3 Jahren beobachtete ich dort einen blauen Täuber, etwas stärker als ein Feldflüchter, der hervorragend "klatschte". Es war eine Freude, diesem Täuber zuzusehen.
VG
Dietmar

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01.02.2019, 06:50

Moin,
ich war vor zwei Wochen erneut an der tschechischen Grenze. Ich zeige Euch mal Bilder wie einfach die Tiere auf den Bauerhöfen gehalten werden.
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01.02.2019, 06:52

Diese Tauben und ihre Vorfahren kennen keine Medikamente oder ähnliches.
»Lotta« hat folgende Dateien angehängt:
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01.02.2019, 07:54

5.) K L Ä T S C H E R T A U B E (von Uwe Schlechter und Dr. J. Güntherschulze)
Mit unserer Erhaltungszucht und der nachhaltigen Verbreitung der gefährdeten Klätschertaube geht es jetzt endlich richtig voran. Nach meiner dezentralen Verbreitung der (bisher einzigen bekannten) überlebenden, tschechischen Klätschertauben-Population vor allem im norddeutschen Raum ( wir berichteten öfter darüber) von Warder und von Lelkendorf aus wurden die Zucht-Bestände genetisch immer enger und wir suchten bereits nach Alternativen in der Rotationszucht. Und dann kam dieser Glücksfall…:
Herr Uwe Schlechter, ein sehr engagierter Taubenzüchter nahm am 8.05.2018 mit GENUVI über Claudia Volkmann Kontakt auf . Er hatte von uns gehört und war an der Ursprünglichkeit unseren Klätschertauben sehr interessiert, zumal er annahm, dass seine Egerländer Tauben aufgrund seiner Recherchen auf die gleiche Ausgangspopulation im deutsch-tschechischen Grenzgebiet zurückzuverfolgen seien wie unsere Klätscher.
Er schrieb, ich zitiere:
„Guten Morgen , Frau Volkmann, ich will hiermit nochmals versuchen, mich als Klätschertaubenzüchter vorzustellen. Meine Tiere stammen aus sehr alten Beständen von Züchtern, die alle weit über die 70 Jahre alt sind. Diese Leute halten von Kindesbeinen an diese Tauben und behaupten, wohl zurecht, dass ihre Bestände seit jeher „rein“ gehalten wurden. Zum Beispiel recherchierte ich einen alten Herrn in Bayern, der als junger Mann einen Bestand alter „Schloger“ (so werden die Tauben dort genannt) von einem sehr alten Herrn übernommen hat. Jetzt ist er selber über 70 Jahre alt. Immer hat er diese Tauben nur unter sich gehalten. Sommer wie Winter Freiflug. Keine Medikamente und es wurden nur die Tiere behalten, die immer fit und gesund waren. Ebenfalls holte ich Egerländer Tauben der alten Sorte an der Tschechischen Grenze. Auch dort verhält es sich ähnlich. Der Züchter ist sehr alt und hat seine Tiere vom Vater übernommen.“ Zitat-Ende.
Hellhörig geworden nahm ich sofort Kontakt mit Herrn Schlechter auf , zumal sich seine Beobachtungen und Erkenntnisse mit den Meinen ziemlich gut zu decken scheinen. Ich pflege seither einen guten Kontakt mit ihm, was dazu geführt hat , dass wir eine über GENUVI laufende Zusammenarbeit auf den Weg gebracht haben. Außerdem war er im Herbst selber in das Gebiet gefahren und hat seine Tiere mit denen dort verglichen sowie einige Tiere erworben .

Klätschertauben im Haustierpark Lelkendorf
Und schließlich schickt er mir seit dem Sommer in Abständen seine Erkenntnisse zur Historie, Abstammungen und möglichen Formen einer züchterischen Zusammenarbeit schriftlich zu, die ich mit seiner Genehmigung in den folgenden Newsletter-Ausgaben veröffentlichen darf.


Ich zitiere:
„Animiert durch die Seite der VIEH-EV mit dem Rasseportrait der Klätscher suchte ich ab 2016 nach alten Beständen von Klätschertauben. Ich fand drei Züchter an der tschechischen Grenze, deren Bestände schon ca. 100 Jahre in Familienbesitz sind.
Hier ein paar Auszüge meiner Recherchen: In früheren Zeiten gab es in Böhmen und Mähren Kropftauben in allen erdenklichen Farben. Hauptsächlich wurden sie als Nutztaube, aber auch wegen ihres besonderen Flugstiels gehalten. Diese Land- und Bauernkröpfer, die sich mit ihrem eher flaschenförmigen Kropf von den größeren schon veredelten Kröpfern unterschieden, wurden von ihren Züchter einfach Klätscher genannt. Sie verfügten über sehr gute Flug- und exzellente Klatscheigenschaften. Die Klätscher bestimmten lange das Bild von Tauben auf dem Bauernhof. Vor allem im Bayrischen Raum war diese Taube unter dem Namen „Schloger“ (Schläger) sehr beliebt und verbreitet. Es waren enorm robuste und wetterfeste Tiere. Sie waren anspruchslos und suchten sich einen Großteil ihrer Nahrung selbst.
Unter den Bauern, die diese Tiere hielten, entwickelte sich in der Gegend um die tschechischen Orte Eger, Cheb und dem deutschen Grenzort Mähring eine besondere Variante der Klätscher, der „Egerländer Scheck“.
Wenn in dieser Gegend damals „Taube“ auf dem Speisezettel stand , war es üblich, dass die Burschen des Hauses die Aufgabe hatten, im Taubenschlag Frischfleisch zu besorgen. Sie suchten die Nester nach fast ausgewachsenen Jungtauben ab. Lagen Einfarbige oder nur leicht gescheckte Küken im Nest, wurden diese der Küche zugeführt. War aber ein schöner Scheck dabei, durfte dieses Tier bleiben und flügge werden. So selektierten die Bauerjungen dieser Gegend schon im Nest ihre „Egerländer Schecken“.
Diese „Egerländer Schecken“ waren etwas langgestreckte, eher waagerecht auf normal hohen Beinen stehende Kröpfer. Auf der Brust sollten sie einen rundlich bis halbmondförmigen weißen Kropffleck haben, die Schwingen sollten weiß sein und auf den Flügeln wünschte man sich kleine einzelne Federn, die so genannte Flügelrose. Es gab sie in den Farben Schwarz, Blau, Rot, Gelb und Braun. Dieses Braun war eher bronzefarben und wurde „Brandel“ genannt.
Durch meine Recherchen und einen glücklichen Zufall lernte ich drei dieser ehemaligen Bauernburschen kennen. Freunde seit frühsten Kinderjahren und mittlerweile über 70 Jahre alt, halten sie „Ihre Egerländer“ bis zum heutigen Tag. Sie tauschen seit jeher gut gezeichnete Tiere untereinander und selektieren bis heute wie in früheren Zeiten auf Farbe, Vitalität und Gesundheit. Sie übernahmen ihre Tiere von ihren Vätern, die die alten böhmischen Egerländer selber schon seit frühster Jugend züchteten. Laut Aussage dieser älteren Herren sind sie die Letzen der einst unzähligen Züchter der „Egerländer Schecken“ im alten böhmischen Typ.
Tiere dieser ursprünglichen Taubenlinie kamen in meinen Besitz. Sie sind gute Futterverwerter und zeigen sich sehr genügsam. Immer gesund und voller Energie. Sie fliegen gut und zeigen dabei Flugspiele. Sie wechseln von strammen Flug in langsamere Phasen, klatschten dabei mit ihren Flügeln, stellten diese über dem Rücken zusammen und lassen sich fallen. Ich konnte weitere Besonderheiten beobachten. Die Klätscher hatten Flugphasen, in denen sie extrem knapp um Häuserecken und über Firste flogen. Sie gingen dabei teilweise auch sehr tief runter, so dass sie kaum 1 Meter über dem Erdboden flogen. Dabei beschleunigten sie und flogen sehr schnell.
Wochen später sollte ich erfahren, was es mit diesem knappen Schnellflug auf sich hat. Eines Tages beobachtete ich, wie die Tauben beim Freiflug wieder enorm beschleunigten und anfingen, scharf um die Häuserecken zu fliegen. Ich schaute genau hin und sah einen Habicht im Schlepptau des Schwarms. Sie flogen wieder sehr tief und schüttelten so den Greif mit ihren Flugmanövern regelrecht ab. Der Habicht musste unverrichteter Dinge von Dannen ziehen. Es scheint, als hätten diese Kröpfer noch die Fähigkeit in ihrem Erbgut , um sich so vor Angriffen durch Greife zu schützen. Bis zum heutigen Tag habe ich keine einzige Taube an einen Greif verloren!

Abb.: Man beachte die schönen Egerländer Schecken bei Herrn Schlechter (Fotos: Uwe Schlechter)
Einige junge „Egerländer“ gingen zu einem Freund, der Feldflüchter im Schwarm frei hält, die natürlicherweise ausgiebig feldern. Zum Versuch sollte probiert werden, wie sich die „Egerländer Klätscher“ im Vergleich zu Feldflüchtern verhalten. Schon nach kurzer Eingewöhnung felderten die „Klätscher“ ausgiebig und kamen abends mit vollen Kröpfen wieder nach Hause. Sie suchten sich ihr Futter komplett allein. Das hält bis heute an.
Nach meinen Erfahrungen find ich es bestätigt, dass diese alte Linie der „Egerländer Schecken“ wohl über alle die Jahre ihre ursprünglichen Eigenschaften erhalten konnte und somit eine wichtige Genreserve darstellt.“ Zitat-Ende.

Hier der Bericht aus dem Newsletter des GENUVI. Habe ich einfach kopiert, zum lesen reichts sicher :whistling:

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