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Unser Versuch mit Buschhühnern

Unser Versuch mit Buschhühnern

Im Jahr 1969 erschien in der Deutschen Jägerzeitung folgender Bericht, der den meisten Buschhuhnfreunden bereits bekannt sein dürfte. Im vorigen Jahr legten wir nach gründlicher Ausbildung unsere Jägerprüfung ab. Wie viele Jungjäger, so hatten auch wir keine Jagdgelegenheit. Um nicht ganz zu "versauern", suchten wir ein Bläserkorps auf. Als irgendwann mal das Wort "Buschhühner" fiel, wurde von uns das Thema aufgegriffen. Das Buschhuhn ist eine wildgezüchtete Zwerghuhnrasse ähnlich dem indischen Bankivahuhn. Die Hennen zeigen keine Kammbildung, der Hahn hat nur kleine Kammansätze. Das Buschhuhn ist winterhart. In freier Wildbahn ausgesetzt, benötigt es Wald-Buschgelände und Wasser. Das Gelege besteht aus 15 - 20 Eiern. Wochen vergingen, der Herbst zog ins Land, als ich stolzer Besitzer von 1,3 Buschhühnern wurde. Die Hühner kamen in eine Voliere. Nach drei Wochen wurden die Hühner in das elterliche verwilderte Gartengelände ausgesetzt. In dieser Zeit legten wir in den Nachbarrevieren Fasanenschütten, Rehfütterungen und Meisentöpfe an. Der Winter fiel mit Macht über das Bergische Land. Die Fütterungen wurden gut angenommen. Aus dem Junghahn wurde ein stolzer Gockel, er übte kräftig seine Stimme. Leider hatte er seinen Schlafbaum vor meines Vaters Schlafzimmerfenster. Pünktlich um drei Uhr wurde mein Vater aus dem Schlaf gerissen. Das mußte geändert werden. Es gab zwei Möglichkeiten: Erstens der Hahn fing beim Werbefernsehen für Margarine an, oder die zweite Möglichkeit: er würde unseren Mittagstisch bereichern. Auf die dritte, völlig neue Möglichkeit, kamen wir bei unserem gemütlichen Jungjägertreffen: Die Hühner zogen mit dem Gockel zur Fasanenschütte. Nach einer bangen Woche, die Gedanken waren bei den Füchsen (!), sahen wir die Hühner wieder. Die Schütte war gut angenommen; die Losung zeigte die regelmäßige Äsung an dieser Stelle. Mit den Wochen wurden die Hühner scheuer. Wir kamen nur auf ca. 30 Gänge an sie heran. Bemerkten die Hühner uns, nahmen sie die nächsten Bäume an und zogen von Wipfel zu Wipfel. Es wurden noch zwei Zuchtstämme hinzu gekauft, und mit 3,9 Hühnern wollen wir in den Frühling gehen. Es werden noch deckungs- und äsungsspendende Dickungen angeforstet, so dass wir sicherlich einen Erfolg verbuchen werden.

Dieser kurze Bericht soll keine Lanze für neue Wildarten brechen, sondern nur zeigen, wie Jungjäger die Wartezeit nützlich überbrücken können.

 
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