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1

Montag, 21. März 2016, 22:46

Gedanken zur fünften Zehe

Hallo!

Eigentlich völlig unnütz, dieses Anhängsel. Auch Muntau hat sie bei den Buschhühnern nicht gewollt. Je länger und unbelaufener, desto Peng, sag ich mal. Dazu kann die unbelaufene Zehe nach einiger Zeit einen hässlich langen Nagel aufweisen, der auch mal dazu neigt abzureissen. Verwachsene 4. und 5. Zehe ist einfach nur unschön. Leider verlangt der Standard des Javanesischen Zwerghuhns die 5. Zehe mit sauberer Trennung, was Küken schon in den ersten Lebenstagen das Leben kostet. Verständlich bei Züchtern mit wenig Platz um den Ausschuss aufzuziehen. Das finde ich persönlich sehr schade, höflich ausgedrückt. Ohne diesen Druck mit der 5. Zehe könnten viel mehr Top Tiere ihre Gene weitergeben.

Macht die 5. Zehe dieses Huhn aus? Wäre eine Fortführung der Züchtung mit 4 Zehen nicht sinnvoller, ob sie nun Buschhuhn oder Javanesisches Zwerghuhn heisst?

Meine Gedanken, sollen nicht zu einem 3. Weltkrieg führen ;)

VG
Claudia

2

Montag, 21. März 2016, 23:39

Volle Zustimmung, Claudia- desto Peng gefällt mir!

Ich finde dieses völlig unnütze und zu äußerst unschönen und wirklich potentiell behindernden Verwüchsen neigende Merkmal auch echt überflüssig und führt zu leicht vermeidbaren Umständen, die mit dem Tierschutzgesetz kollidieren, denn ein vernünftiger oder notwendiger Grund ist es nicht- Küken nur darum bereits in der ersten Lebenswoche zu schreddern, weil die fünften Zehen Schiete sind.
Die hier versammelten Züchter selektieren ihre Küken immerhin danach und geben die dann an "außerhalb" ab, killen also nicht stehenden Fußes, aber ich finde auch, dass man sich damit um uuuuunheimlich typvolle Tiere und Vererber bringen kann, die nur darum aus dem Raster fallen, weil sie eben die fünfte Zehe unpassend haben.
Dabei wären in meinen Augen Ausgleichspaarungen viel sinnvoller als die Verpaarung von Spitzentieren. Also Verpaarungen von sich ergänzenden Tieren. Also etwa ein Hahn mit 1a Äußerem, aber nicht sooo dollen Zehen, aber von 1a "Zehern" abstammend mit einer Henne, die im mittleren "Normbereich" oder darunter liegt.
Ich für meinen Teil kann sagen, dass mein alles andere als 1a fünfzehiger Schneevogel mit recht gut fünfzehigen Hennen und sogar regelmäßig vierzehigen Hennen über den Daumen gepeilt 55- 60 % als befriedigend fünfzehig zu bezeichnende Küken bringt, was schon ziemlich exzeptionell ist.
Man sollte im Standard, der ja zugunsten von Typ und Farbe schon abgeändert wurde, vllt. auch mit der Zehigkeit etwas weniger pingelig sein, denn eins zeigt die standardmäßige Zucht ja vor allem: Perfektion ist niemals dauerhaft, immer nur eine Momentaufnahme, ein seltenes Glück!
Und so exerziert man das Jahr für Jahr und Jahrzehnt für Jahrzehnt durch, und erlangt doch großenteils nur Ausschuss, weil die Natur eben zum Ausgleich neigt. Man könnte sich vieles sparen, würde man das erkennen und berücksichtigen.

Fünfter Zeh vererbt sich aber nun mal mehr oder weniger dominant, also werden unsere Altvorderen wohl gedacht haben "Sei's drum, machen wer 'sch beste draus...!"
Das dumme daran ist: Irgendwie fehlt einem inzwischen ohne fünfte Zehe fast was... Sehe ich woanders eine bunte Eigenzucht- Hühnertruppe, fehlt mir irgendwie total was, wenn die da "nur" vierzehig umherstelzen- ist ganz eigenartig.
Vierzehig sieht so "profan" aus, fünfzehig "das wahre"- und dennoch weiß man um die Unannehmlichkeiten damit.

Problem, dass ich bei Javaneserzucht mit vier Zehen sehen würde- man hätte vom Äußerlichen her quasi nur 'nen leicht modifizierten Deutschen Zwerg mit Erbsenkamm, etwas überspitzt formuliert... Was dem kunterbunten Erweitern der Farbpalette erst recht Tür und Tor öffnen würde... Und wie schnell wäre das dann irgendwas, aber kein Javanesischer Zwerg mehr, den man nicht mehr jederzeit quasi halbwild halten kann, weil die bunte Truppe jedem Greif etc. schon auf Kilometer ins hungrige Auge sticht...
Weiß, die wildfarbig- Reihe und die Resultate daraus wie weiß- rot, weiß rebhuhnhalsig oder auch schwarz gold/-rot, solche "aus sich selbst" kommenden Farben wären ja noch ok- aber allem anderen wäre mit vierzehigen Javanesern Tür und Tor geöffnet, und das wiederum fände ich blöd, weil's dann rein auf äußerlich genauso verschwampft wird wie bereits eine ganze Reihe anderer einst toller und für sich stehender Hühnerrassen...
"Ein Teufelskreis", wie TV Kaiser sagen würde...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Andreas75« (21. März 2016, 23:46)


Heidi

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3

Dienstag, 22. März 2016, 07:27

Hmmm...für mich ist die 5 Zehe "das" Rassemerkmal welches das javanesische Zwerghuhn überhaupt ausmacht.

Ansonsten könnte ich meine Buschis und meine Javas zusammenlaufen lassen.
Aber was hätte ich dann - ne tolle bunte Truppe !?
Nein - sorry, - genau das ist es was ich nicht möchte!

Muß wohl jeder mit sich selber ausmachen welchen Weg er nimmt.

Heimdall

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4

Dienstag, 22. März 2016, 23:18

Hmmm...für mich ist die 5 Zehe "das" Rassemerkmal welches das javanesische Zwerghuhn überhaupt ausmacht.

Richtig, und Muntaus "Rasse"merkmal für die Ostpreußen waren 4 Zehen.

Das ist das große Problem,
mit den noch vorhandenen Linien ist es kaum möglich den 5ten Zeh aus den Tieren rauszubekommen.

5

Mittwoch, 23. März 2016, 00:27

Ich finde, solange der Phänotyp stimmt ist doch alles oki. Javanesisches Zwerghuhn und Buschhuhn haben doch ein unverwechselbares und noch fast ein gemeinsames Aussehen, abgesehen von den Zehen.
Aber wie heisst es so schön, es ist kompliziert. Kann ein durchgezüchtetes Javanesisches Zwerghuhn auf Dauer in einen Topf mit dem Deutschen Buschhuhn geworfen werden? Vitalität und Gesundheit will wohl jeder Rassehuhn-Züchter, davon spreche ich jetzt nicht.

VG
Claudia

6

Mittwoch, 23. März 2016, 08:46

Die Buschhühner fürs Revier (ob als Amme oder selbst als Wildpopulation) brauchen die Javaneser sicherlich nicht als Genreserve. Außerdem ist es
dort ziemlich egal, ob die Buschhühner fünf- oder vierzehig sind. Ich bevorzuge allerdings die Vierzehigkeit. Allerdings könnten Buschhühner als
Genreserve für die Javaneser weiterhin von Interesse sein, um das "ursprüngliche" Verhalten zu festigen.
Ich habe schon wunderschöne Trommeltauben, die hohe Preise errungen haben, erworben - leider trommelten diese Tauben nicht mehr, sondern
gurrten wie ganz "normale" Tauben. So könnten wunderschöne Javaneser u.U. durch die Zucht (Inzucht, wenige Blutlinien etc.) "total verkorkst" werden und dann sind typvolle Buschhühner wichtig.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lupus« (23. März 2016, 08:55)


Heidi

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7

Mittwoch, 23. März 2016, 14:23

Leute, ich versteh nicht, wo ist das Problem ? Warum soll ein Standard geändert werden ?
Es wird doch niemand zu irgentwas gezwungen.
Man muß sich nur entscheiden was man will - entweder man züchtet nach Muntau vierzehig, oder man züchtet dem Standard der Javaneser entsprechend fünfzehig ,
ansonsten hält man halt kunterbunt !

Ich erinnere mal an einen Satz, der mich damals sehr zum nachdenken gebracht hat.
Zitat : " Wem is wem und wat is wat".

Was wäre aus dem Buschhuhn ohne die Javaneser geworden ?
Was wären die Javaneser ohne das Buschhuhn?

Ganz klar sind typvolle Buschhühner als Träger von Erbsubstanz für die Javaneser sehr wertvoll,
aber da ist auch Vorsicht geboten.
Nicht jedes Buschhuhn eignet sich dazu.
Unkas z. B , auch wenn ich ihn noch so toll finde,wäre nicht geeignet.Dazu braucht man schon etwas Fachwissen.
Ansonsten endet das sehr schnell im AUS .

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